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„Wir wollen die Energiewende mittragen"

Der regionale Energieversorger e-rp sieht sich gut aufgestellt für Änderungen, die im Rahmen des erneuerbaren Energien-Gesetzes (EEG) die gesamte Branche treffen. Bundestagsabgeordneter Jan Metzler hat sich mit den e-rp-Geschäftsführern Udo Beckmann und Dr. Peter Missal, sowie dem Alzeyer Bürgermeister Christoph Burkhard über den neuen Gesetzesentwurf ausgetauscht. Metzler der als Mitglied im Ausschuss für Energie dem Thema besonders eng verbunden ist, fasste zusammen, dass das Eckpunktepapier zur EEG-Reform sowohl die Bezahlbarkeit von Strom, als auch die Versorgungssicherheit für Bürger und Wirtschaft sicherstellen solle. Basierend auf den Vorgaben des Koalitionsvertrages seien auch niedrigere Einspeisetarife und ein gebremster Ausbau vorgesehen.

 

Beckmann machte deutlich:  „Wir wollen die Energiewende, wo wir können, mittragen und mitgestalten“. Dr. Missal fügte an, es komme auf den richtigen Energiemix an, um den Veränderungen gewachsen zu sein und auf eine langfristige Planung.

 

„Die Energiewende ist wie ein Marathonlauf, bei dem wir jetzt erst auf den ersten Kilometern sind“, sagte er und ging davon aus, dass ein Zeitrahmen von rund 20 Jahren nötig ist, damit die Energiewende technisch und wirtschaftlich voll gelingt.

 

Metzler sah die Stärke des Alzeyer Unternehmens e-rp vor allem in der regionalen Kompetenz und vermutete, dass sich auf diesem Feld in Zukunft noch viel neues Entwicklungspotenzial auftue. Wie Beckmann durchblicken ließ, ist e-rp auf gutem Weg, um noch mehr auf individuelle Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Als Beispiel nannte er die Fernwartung und Überwachung der Heizungsanlage per Handy. "Technisch ist das schon jetzt möglich", e-rp arbeite daran, diese Technik den Kunden anbieten zu können, was möglicherweise schon im neuen Jahre möglich sein werde.

 

Als weiteres, positives Beispiel sah Metzler das e-rp Pilot-Projekt, das am Modellstandort Kirchheimbolanden durchgeführt werden soll. 13 Windräder des Windparks auf dem Hungerberg mit ihrer 40-Megawatt-Leistung und ein Photovoltaikpark entlang der A 63 mit weiteren sieben Megawatt sind dort die Energiequellen für die geplante autarke Versorgung der Kleinstadt. Eine „Power-to-Gas-to-Power“-Testanlage mit 320 Kilowatt Leistung soll dabei Erkenntnisse über die Realisierungsmöglichkeit geben. Die Idee, die diesem Verfahren zugrunde liegt, ist die Speicherung überschüssig erzeugten Stroms aus Wind- oder Solarkraft. Der erzeugte Strom wird dabei über Elektrolyse und Methanisierung in Gas umgewandelt. Dieses Gas kann gespeichert und bei Bedarf über Blockheizkraftwerke oder Gasturbinen wieder in Strom zurückverwandelt werden. Intelligente Netze sind hierfür notwendig.

 

e-rp will dabei auch die Energiebilanz anschaulich machen und zeigen, wie Energieströme verlaufen - nicht zuletzt, um so auch Einsparpotenzial zu erkennen. „Wenn das Projekt, das auf drei Jahre angelegt ist, gut läuft, kann es auch andernorts übertragen werden“, fasste Dr. Missal zusammen.

 

Ferner nahm Metzler, der auch stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss ist, bei dem Treffen auch die Krim-Krise und deren mögliche Auswirkungen auf die Energiepreise in den Blick.