Bund muss Sportstätten weiter fördern

„Ausstieg aus Investitionspakt ist eine weitere Belastung für Kommunen und Vereine“ 

 

RHEINHESSEN Die Ampel-Koalition zieht sich Ende des Jahres überraschend aus der Sportstätten-Förderung zurück. Der Unmut ist groß. „Auch bei uns in Rheinhessen sind Kommunen, Gemeinden und Sportvereine nun irritiert über diese Entscheidung“, berichtet der Bundestagsabgeordnete Jan Metzler aus vielen Gesprächen vor Ort. 

 

Konkret geht es um den Bund-Länder-Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten. Über dieses Programm sollten eigentlich bis 2024 noch über 100 Millionen Euro fließen. Nun aber sind schon 2023 keine Anträge mehr möglich. „Eine weitere Belastung für Kommunen und Vereine, die mit diesen Fördergeldern planen“, kritisiert der rheinhessische Abgeordnete. 

 

Dieses Programm wurde als Ergänzung zur Städtebauförderung im Jahr 2020 durch die damalige Regierung ins Leben gerufen. Über diesen Fördertopf hat der Bund seit 2020 insgesamt 370 Millionen Euro bereitgestellt. Auch in Rheinhessen haben Gemeinden und Städte davon profitiert. Der Bund trug zunächst 90 Prozent der Kosten, ab 2022 50 Prozent. „Ein fairer Ansatz, aus dem sich die Bundesregierung jetzt überraschend zurückzieht“, sagt Metzler.

 

Die Rolle rückwärts der Ampel-Regierung kann Metzler nicht verstehen. Denn laut Koalitionsvertrag wollte die Ampel Sportstätten sogar stärker fördern. „Den Sport, die Kommunen und die Vereine jetzt komplett hängenzulassen, ist schwer nachzuvollziehen.“ Sport sei ein herausragender Baustein der Gesundheitsvorsorge. Und Sportstätten seien auch Orte der Begegnung und des Miteinanders. Die Arbeit dort werde in den Sportvereinen in erster Linie von Ehrenamtlichen getragen. „All diesen Aktiven macht der Bund nun die Arbeit zusätzlich schwer“, sagt Metzler und fordert: „Wir brauchen weiter gute Rahmenbedingungen“. Zumal das Förder-Aus auch ökologisch fraglich sei. Bauliche Sanierung sei schließlich ein wichtiger Faktor beim Klimaschutz.

 

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) beziffert den Sanierungsstau bei Sportstätten inzwischen auf rund 31 Milliarden Euro. Für Metzler ist klar: Kommunen und Vereine brauchen weiter Unterstützung.